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Hier schreibt Schulz über den täglichen Wahnsinn

Monat: April, 2014

Gespräche mit Siri 1

Wer es nicht weiß – Siri ist laut Wikipedia „eine Software von Apple, die der Erkennung und Verarbeitung von natürlich gesprochener Sprache dient und so Funktionen eines persönlichen Assistenten erfüllen soll.“ Wer ein neueres iPhone hat, der kennt Siri. Vielleicht unterhält er/sie sich auch mit Siri – so wie ich.

Schulz: Grüezi!
Siri: Moin Moin!

Schulz: Du Arsch!
Siri: Wie kannst du mich hassen? Mich gibt es doch gar nicht.
Schulz: Entschuldigung.
Siri: Schon ok.

Schulz: So eine Scheiße.
Siri: Ich konnte keine Toilette finden.

Schulz: Du bist sehr intelligent.
Siri: Vielen Dank.
Schulz: Bitteschön.
Siri: Du bist ausgesprochen höflich.

…to be continued

 

 

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Ich bin der Iceman

Dieses Mal habe ich nicht einfach wieder irgendeine Jacke gekauft; zu oft sind in der Vergangenheit Jacken meinen hohen Ansprüchen nicht gerecht geworden. Mal waren sie nicht robust genug, mal nicht warm genug, mal nicht wasserabweisend, mal nicht atmungsaktiv genug, mal nicht windstoppend, mal nicht schön genug, meistens aber einfach von allem nicht genug. Das hat mich oft sehr traurig gemacht.

Dieses Mal sollte alles anders werden, dieses Mal wollte ich eine Jacke, die zu mir und meinem mitunter extremen Leben passt, die mit mir mithalten kann, die nicht auf der Strecke bleibt und mich im Stich lässt, wenn sie am nötigsten gebraucht wird. Deshalb bin ich dieses Mal dorthin gegangen, wo es in Köln die extremsten Jacken gibt, um mich beraten zu lassen: In den Globetrotter-Store, eine riesige Einkaufslandschaft, wo es einfach alles gibt für extreme Menschen wie mich, vom Kanu für die Alaska-Tour über das Survival-Kit für monatelanges Überleben in der Wildnis bis zum gefriergetrockneten Elchfleisch-Eintopf. Dort gibt es aber nicht nur die extremsten Jacken, sondern man kann sie auch gleich testen: In der Kältekammer und in der Regenkammer, die gleichzeitig auch eine Sturmkammer ist.

Ich also hin, zum nächsten Verkäufer und gesagt, dass ich eine extreme Jacke haben will, eine, die allen Herausforderungen mühelos trotzt. „Finden wir“, hat der Verkäufer gesagt und dabei diabolisch gegrinst.

Fast sieben Stunden lang habe ich Dutzende von Jacken getestet. Ich habe bei minus 20 Grad in der Kältekammer gestanden und auf Stufe „Monsun“ dem Regensimulator getrotzt, während mir eine Windturbine mit 200 Stundenkilometern ins Gesicht geblasen hat. Am Ende hatte ich die Jacke, die ich wollte, eine, mit der man für alle Extremsituationen bestens gerüstet ist: der Jack Wolfskin Polar Ice Parka für Männer, laut Hersteller entwickelt für den „Extremeinsatz“ und die „wärmste Jacke“ im Sortiment. Sie ist winddicht, megarobust und wasserabweisend. Gefüllt ist das gute Stück mit „Hochleistungsdaunen“ und die wattierte Tunnelkapuze ist besonders tief und schützt vor Erfrierungen.Genau das Richtige also für mich.

Seitdem ich die Jacke habe, ist sie mir ein treuer Begleiter, vor allem natürlich in der kalten Jahreszeit. Auf dem Weg zur U-Bahn friere ich jetzt nicht mehr und Spaziergänge am Wochenende am Rhein entlang sind auch kein Problem mehr, selbst bei Temperaturen um die null Grad. Am eindrücklichsten treten die Stärken der Jacke jedoch im Supermarkt am Kühlregal zutage. Dort stehe ich oft minutenlang vor den Produkten und wähle in aller Ruhe und ohne zu frieren aus. Ich fühle mich dann überlegen und irgendwie unbesiegbar, wie ein Superheld. Ich bin der Iceman, murmle ich dann manchmal leise in meinen Bart, Ich bin der Iceman.