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Hier schreibt Schulz über den täglichen Wahnsinn

Monat: Juli, 2014

So trainiert man heute!

Registrieren Sie sich noch heute! Nur wenige Klicks trennen Sie von der unendlichen Welt der Online-Fitness!
Online-Fitness? Ganz richtig. Heute trainiert man nicht mehr im Offline-Fitnessstudio, sondern im Online-Fitnessstudio. Melden Sie sich noch heute an und kommen Sie in den Genuss zahlreicher Vorteile: Keine lästige Anfahrt, kein Umziehen, kein Schwitzen, kein Duschen! Und das Wichtigste: Keine anderen Menschen, mit denen man seine ganz persönliche Fitness-Experience teilen müsste. Natürlich 24/7, 365 Tage im Jahr.
Ob mit PC, Laptop, Tablet oder Smartphone: Unser Online-Fitnessstudio ist immer für Sie offen. Loggen Sie sich ein und geben Sie einfach die gewünschte Sportart und Trainingsdauer ein – schon geht es los, ohne dass Sie sich dafür bewegen müssten, denn das übernimmt in Zukunft Ihr virtuelles Ich! Sie haben richtig gelesen: Sie können von überall aus die Sportart Ihrer Wahl trainieren ohne selbst etwas tun zu müssen. Von der Arbeit, abends am Fernseher oder sogar nachts, wenn Sie schlafen! Das Training erledigt ganz bequem Ihr Online-Ich und Sie haben Zeit für andere Dinge.
Ihr exklusiver Vorteil: Für nur 9,99 Euro im Monat trainieren Sie online so viel Sie wollen – da kann kein Offline-Fitnessstudio mithalten. Lassen Sie sich dieses attraktive Angebot nicht entgehen. Treten Sie noch heute ein in die unendliche Welt der Online-Fitness. Gerne beraten wir Sie bei Ihrem ganz persönlichen Trainingsplan.
Online-Fitness – so trainiert man heute!

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Belle Moustache

Ich bin Weltmeister! Schon wieder! Nach meinem unglaublichen Erfolg bei der WM der Meerschweinchen-Züchter habe ich diese Woche gleich im Anschluss an der Bartweltmeisterschaft teilgenommen. Als Vorbereitung habe ich mich ein Jahr lang nicht rasiert und einen Tag vor der WM dann von meinem geheimen Meerschweinchenfriseur frisieren lassen. Effekt: Ein unverwechselbarer Backenbart nach Meerscheinart, rauschend, anmutig und irgendwie wahnsinnig zugleich.
Um den Titel haben mehr als 300 Teilnehmer aus 20 verschiedenen Nationen in 18 Klassen gekämpft. Ich bin in der Klasse „Backenbart Freistil“ angetreten und habe Jury und Publikum begeistern können. Die anderen Teilnehmer haben natürlich mit Abscheu auf mich geblickt, da ich kein Teil der „Szene“ bin. Besonders Mitglieder des Bayerischen Bart- und Schnauzerclubs haben mich immer wieder angepöbelt, aber was zählt das schon im Vergleich zum Titel.
Zwei WM-Titel in zwei Wochen! Was soll jetzt noch kommen? Wird mich Real Madrid verpflichten und mir 10 Millionen pro Jahr anbieten? Ich bin gespannt.
Mein nächstes Ziel ist die Saunaweltmeisterschaft. Auch hier rechne ich mir gute Chancen aus.

Wir sind Weltmeister

Dr. K. Nickel gewidmet

Es war alles andere als ein Spaziergang: Wir haben geackert, geschuftet, wir haben alles gegeben und uns irgendwie durchgebissen, von all den Jahren intensiver und akribischer Vorbereitung ganz zu schweigen. Das Finale war wie erwartet eine ganz enge Geschichte, aber am Ende sind wir für unseren unerschütterlichen Siegeswillen belohnt worden. Jetzt stehen wir ganz oben und schauen herab, genießen die weltweite Aufmerksamkeit von all den Millionen Fans, wir: mein Meerschweinchen Schnorchel und ich, die neuen Champions der Meerschweinchen-Züchter-Weltmeisterschaft!
Aber der Reihe nach: Mehr als 900 Meerschweinchen aus 50 Ländern sind im Finale in Würselen (Regierungsbezirk Köln) gegeneinander angetreten. „Unspektakulär“, mag jetzt der eine oder andere denken. Ich sage: Ein unvergessliches Erlebnis, von dem man noch seinen Enkeln und Urenkeln erzählen wird, größer noch als jede Fußball-WM. 900 Finalteilnehmer!
Vom ersten Moment war Feuer drin, denn die Preisrichten urteilen hart, kritisch und unnachgiebig. Bewertet wurden die Tiere in Kategorien wie Augen, Ohren, Körperbau und Farbverteilung, am Ende erhielten Sie Prädikate von „miserabel“ über „armselig“ bis hin zu „vorzüglich“, „Weltklasse“ und „göttlich“. Ich weiß nicht, wie viele Tausend Stunden ich investiert habe, um Schnorchel in allen Kategorien zu optimieren, denn die Richter sehen jeden Fehler. Zum Beispiel war das Meerschwein Honky mit ihrer Züchterin Gundula. Hoffnungsfroh und lächelnd präsentierte sie Honky den Preisrichtern, keine Minute später schlich sie weinend und zähneklappernd davon, Urteil: „Haare ungleichmäßig, nicht ganz voll, außerdem Verfilzungen und Körperbau etwas flach. Zähne ansatzweise kariös. Punktabzug“. Armer Honky, arme Gundula.
Schnorchel hätte solch ein Urteil niemals passieren können. Die Zähne fein, das Haar voll, jeder Haarwirbel an der richtigen Stelle, an Putzigkeit kaum zu überbieten. Entsprechend fiel auch das Urteil der Richter aus: „Schnorchel zeigt einen vorzüglichen Pony und einen vorbildlichen Backenbart. Der Körperbau ist vorne und hinten schön kräftig. Tadellose Bauchlinie, perfekter Halskamm. Höchstpunktzahl!“
Vor Freude habe ich wie ein Meerschweinchen angefangen zu knöttern und zu quieken. „Weltmeister! Schnorchel! Wir haben es geschafft!“
Viele haben mich seitdem nach unserer Erfolgsformel gefragt. Es ist ganz einfach: Da wäre natürlich zu allererst der wöchentliche Gang zum Meerschweinchenfriseur (ja, so etwas gibt es). Dazu täglich (!) Krallen kürzen, Ohren putzen, Fell kämmen. Dazu genügend Auslauf und eine Top-top-top-Ernährung. Schnorchel ernährt sich ausschließlich bio und vegan gemäß der Attila Hildmann Triät, hinzu kommen importierte Spezialgurken aus Indonesien. Man sieht: Kein Hexenwerk.
Ich möchte mich, auch im Namen von Schnorchel, für die unzähligen Glückwünsche bedanken, die wir in den letzten Tagen erhalten haben. Wenn das so weitergeht, muss ich meinen Briefkasten demnächst täglich leeren. Danke! Wir sehen uns in vier Jahren wieder.