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Hier schreibt Schulz über den täglichen Wahnsinn

Monat: März, 2015

Wenn, dann

Wenn ich einen neuen Laptop hätte, am liebsten ein MacBook Air von Apple, dann würde ich endlich einen großen Roman schreiben können, dann würde das Schreiben ganz leicht von der Hand fallen, das steht fest.
Wenn ich neue Joggingschuhe hätte, dann würde ich jeden Tag joggen und mein Bauchansatz wäre im Nu verschwunden, mit Sicherheit!
Wenn ich einen Plattenspieler hätte, einen richtig guten, und dazu eine High-End Stereoanlage, dann würde ich endlich wieder bewusster Musik hören, mir Zeit dafür nehmen und Musik endlich wieder genießen.
Wenn ich ein ZEIT-Abonnement hätte, dann würde ich mich jede Woche stundenlang mit der Zeitung beschäftigen und mich gut informieren. Ich würde zu einem besseren Menschen werden, jaja.
Wenn ich einen Garten hätte, dann würde ich endlich mein eigenes Gemüse und Obst anpflanzen, würde jedes Wochenende im Garten verbringen und mich in der Natur aufhalten. A propos: Wenn ich nur näher am Stadtrand wohnen würde, dann würde ich ständig in den Wald gehen und über die Felder spazieren!
Wenn ich das neue Kochbuch von Attila Hildmann hätte, dann würde ich endlich jeden Tag vegan kochen und mein komplettes Leben in den Dienst der Selbstoptimierung stellen, wirklich!
Und mit einem neuen Fahrrad würde ich wieder öfter Radfahren. Mit einem neuen edlen Füller wieder öfter von Hand schreiben. Mit einem neuen Smartphone mehr in Kontakt mit meinen Freunden bleiben. Mit einer neuen Digitalspiegelreflexkamera endlich viele Bilder machen und alles in Fotoalben dokumentieren. Und in einem neuen Haus würde endlich alles besser sein, dann hätte ich endlich ein eigenes Sportzimmer und würde jeden Tag trainieren.

Es könnte alles so einfach sein. Ich würde so vieles erreichen. Goldene Zeiten stünden mir bevor. Aber leider ist alles mal wieder viel komplizierter. All meine guten Vorsätze scheitern allein am Geld!

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Die Spendierhose

Man müsste mal eine Hose haben mit einer magischen Hosentasche. In der wären immer 20 Euro drin, wenn man hineingreift, egal zu welcher Uhrzeit. Reingreifen, 20 Euro rausholen, reingreifen, 20 Euro rausholen, und immer so fort. Das wäre schön, so eine magische Hosentasche…man wäre bald steinreich und alle Sorgen los. Oder besser noch 50 Euro. Oder 100 Euro! 100 Euro müssten immer drin sein! Dann könnte man sich alle Wünsche erfüllen. Nur dürfte die Hose nicht kaputt gehen. Oder geklaut werden. Das wäre schlimm, wenn man weiß, dass da irgendwer anderes in die magische Hosentasche greift und 100 Euro rauszieht und man selbst sitzt da. Ohne Geld. Ohne magische Hosentasche. Ohne Perspektive. Um den Erfolg betrogen.
Aber leider hat man ja sowieso keine Hose mit einer magischen Hosentasche, in die man immer und immer wieder hineingreifen kann und immer 100 Euro drin sind. Scheiße aber auch!
Ich habe fünf Hosen mit insgesamt zehn Hosentaschen. In die kann man hineingreifen, aber außer benutzten Taschentüchern findet man nur selten etwas. Eine der zehn Hosentaschen ist aber doch besonders, die von meiner Jeans. Die hat nämlich seit kurzem ein Loch. Das habe ich bermerkt, als ich neulich hineingegriffen habe, um die 100 Euro rauszuziehen, die ich vorher hineingesteckt hatte. Ich griff hinein und da war – nichts, nur ein Loch. Und ich wünschte mir, dass ich nur 20 Euro hineingesteckt hätte und keine 100 Euro. Wenn ich jetzt eine magische Hosentasche hätte, dann…ich will gar nicht dran denken.