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Hier schreibt Schulz über den täglichen Wahnsinn

Kategorie: Humor

Wenn, dann

Wenn ich einen neuen Laptop hätte, am liebsten ein MacBook Air von Apple, dann würde ich endlich einen großen Roman schreiben können, dann würde das Schreiben ganz leicht von der Hand fallen, das steht fest.
Wenn ich neue Joggingschuhe hätte, dann würde ich jeden Tag joggen und mein Bauchansatz wäre im Nu verschwunden, mit Sicherheit!
Wenn ich einen Plattenspieler hätte, einen richtig guten, und dazu eine High-End Stereoanlage, dann würde ich endlich wieder bewusster Musik hören, mir Zeit dafür nehmen und Musik endlich wieder genießen.
Wenn ich ein ZEIT-Abonnement hätte, dann würde ich mich jede Woche stundenlang mit der Zeitung beschäftigen und mich gut informieren. Ich würde zu einem besseren Menschen werden, jaja.
Wenn ich einen Garten hätte, dann würde ich endlich mein eigenes Gemüse und Obst anpflanzen, würde jedes Wochenende im Garten verbringen und mich in der Natur aufhalten. A propos: Wenn ich nur näher am Stadtrand wohnen würde, dann würde ich ständig in den Wald gehen und über die Felder spazieren!
Wenn ich das neue Kochbuch von Attila Hildmann hätte, dann würde ich endlich jeden Tag vegan kochen und mein komplettes Leben in den Dienst der Selbstoptimierung stellen, wirklich!
Und mit einem neuen Fahrrad würde ich wieder öfter Radfahren. Mit einem neuen edlen Füller wieder öfter von Hand schreiben. Mit einem neuen Smartphone mehr in Kontakt mit meinen Freunden bleiben. Mit einer neuen Digitalspiegelreflexkamera endlich viele Bilder machen und alles in Fotoalben dokumentieren. Und in einem neuen Haus würde endlich alles besser sein, dann hätte ich endlich ein eigenes Sportzimmer und würde jeden Tag trainieren.

Es könnte alles so einfach sein. Ich würde so vieles erreichen. Goldene Zeiten stünden mir bevor. Aber leider ist alles mal wieder viel komplizierter. All meine guten Vorsätze scheitern allein am Geld!

Die Spendierhose

Man müsste mal eine Hose haben mit einer magischen Hosentasche. In der wären immer 20 Euro drin, wenn man hineingreift, egal zu welcher Uhrzeit. Reingreifen, 20 Euro rausholen, reingreifen, 20 Euro rausholen, und immer so fort. Das wäre schön, so eine magische Hosentasche…man wäre bald steinreich und alle Sorgen los. Oder besser noch 50 Euro. Oder 100 Euro! 100 Euro müssten immer drin sein! Dann könnte man sich alle Wünsche erfüllen. Nur dürfte die Hose nicht kaputt gehen. Oder geklaut werden. Das wäre schlimm, wenn man weiß, dass da irgendwer anderes in die magische Hosentasche greift und 100 Euro rauszieht und man selbst sitzt da. Ohne Geld. Ohne magische Hosentasche. Ohne Perspektive. Um den Erfolg betrogen.
Aber leider hat man ja sowieso keine Hose mit einer magischen Hosentasche, in die man immer und immer wieder hineingreifen kann und immer 100 Euro drin sind. Scheiße aber auch!
Ich habe fünf Hosen mit insgesamt zehn Hosentaschen. In die kann man hineingreifen, aber außer benutzten Taschentüchern findet man nur selten etwas. Eine der zehn Hosentaschen ist aber doch besonders, die von meiner Jeans. Die hat nämlich seit kurzem ein Loch. Das habe ich bermerkt, als ich neulich hineingegriffen habe, um die 100 Euro rauszuziehen, die ich vorher hineingesteckt hatte. Ich griff hinein und da war – nichts, nur ein Loch. Und ich wünschte mir, dass ich nur 20 Euro hineingesteckt hätte und keine 100 Euro. Wenn ich jetzt eine magische Hosentasche hätte, dann…ich will gar nicht dran denken.

Mir kommt das Knochenkotzen

Mal was in eigener Sache: Ich bin traurig. Sehr sehr traurig. Mein Freizeitspaß hier bei uns im Viertel hat in jüngster Zeit deutlich gelitten. Die Eckkneipe hat zugemacht! Stattdessen eröffnet ein Okö-Beauty-Salon mit blablabla Methoden, gut für Körper und Seele blablabla, ganzheitlich achtsam blablabla in Wahrheit wollen wir nur eure Kohle! (aber das steht da nicht, das steht da nicht!) – die Eckkneipe war gut für meinen Körper und meine Seele, verdammt! Der Wirt wollte auch meine Kohle, hat mir aber nie falsche Versprechungen gemacht! Ach scheiße! Schon die zweite verreckte Eckkneipe, in der ersten ist jetzt ein vegan-buddhistisches Café, wo sich im Cappuccino-Milchschaum kaffeebraune Drachen, Herzen und andere Schöngeistigkeiten tummeln.
Aber jetzt zu Punkt 2. Auch die Videothek hat zugemacht, die Videothek, verdammt! Drei neue Filme für 7,50 Euro bis zum nächsten Tag, dazu rauchende Angestellte, mit denen man sich über jeden Film mehr oder weniger sinnvoll austauschen konnte. Und jetzt ratet mal, was jetzt in die verwaisten Räume kommt, natürlich nach umfassender Renovierung. Ratet mal! Genau! Ein Okö-Beauty-Salon mit blablabla Methoden, gut für Körper und Seele blablabla, ganzheitlich achtsam blablabla in Wahrheit wollen wir nur eure Kohle! (aber das steht da nicht, das steht da nicht!) – die Videothek war gut für meinen Körper und meine Seele, verdammt!
Aber irgendwann, all ihr Okö-Beauty-Salons und veganen Cafés, irgendwann, das prophezeie ich euch, irgendwann, wenn sich niemand mehr für euch interessiert, dann werden die Eckkneipen und Videotheken aus ihren Löchern gekrochen kommen und sich ihren rechtmäßigen Platz zurückerobern! Und dann werde ich mir ein frisch gezapftes Bier und einen ehrlichen Kartoffelsalat aus dem Plastikeimer bestellen und auf euren Untergang anstoßen. Und danach leihe ich mir drei neue Filme für 7,50 Euro bis zum nächsten Tag aus und glotze die ganze Nacht!

Der Trend geht zum lebendigen Hut

Baseballkappen? Schiebermützen? Slouch Beanies? Ich sage mal – Trends von gestern. Wer sowas noch trägt, der schreibt wahrscheinlich auch noch SMS und liest gedruckte Bücher. Die Hutmode war schon immer ein schnelllebiges Geschäft und jetzt kommt der nächste Trend mit Vollgas um die Ecke gebogen. Damit ihr den nicht verpasst, gibt es hier ein kurzes Update in Sachen Style: Der letzte Schrei sind jetzt lebendige Hüte (manche von denen schreien wirklich!). Klingt erstmal bekloppt, ist aber so. In New York, Shanghai und London sieht man sie jetzt immer öfter. Kein Wunder. Mit einem Nacktschnecken-Fascinator ist man auf jeder royalen Hochzeit der Star, ein Zitterrochenschlapphut schützt zuverlässig gegen die Sonne und kühlt gleichzeitig, während die Original-Lammmütze einfach perfekt für den Winter ist und ordentlich blökt. Zugegeben, die meisten Modelle sind noch nicht ganz ausgereift – viele der lebendigen Hüte sind derzeit nach einmaligem Tragen oft nur noch wenig oder gar nicht mehr lebendig, aber in Zukunft werden diese kleinen Problemchen behoben sein. Dann werden auch die Tierschützer zufrieden sein und man kann ungestört einen lebendigen Hut tragen. Mein Favorit bisher ist der Oktopus-Hut, den man allerdings nur schwer wieder herunterbekommt. Ein guter Freund von mir, ein Modemacher in New York, schwört hingegen auf den Babyameisenbärhut, dessen einziger Nachteil die lange Zunge des Tiers ist, die einem ständig im Gesicht oder Kaffee hängt. Auch wer gerne Pelz trägt, Hermelin oder Kaninchen zum Beispiel, muss sich in Zukunft keine Anfeindungen durch seine tierliebende Umwelt mehr gefallen lassen, denn bald wird kein Tier mehr für eine Mütze sterben müssen. Alles bleibt lebendig, alles wird gut! Ich sage: Hut ab vor dieser Erfindung! Wer diesen Trend verpasst, ist selbst schuld.

So trainiert man heute!

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Belle Moustache

Ich bin Weltmeister! Schon wieder! Nach meinem unglaublichen Erfolg bei der WM der Meerschweinchen-Züchter habe ich diese Woche gleich im Anschluss an der Bartweltmeisterschaft teilgenommen. Als Vorbereitung habe ich mich ein Jahr lang nicht rasiert und einen Tag vor der WM dann von meinem geheimen Meerschweinchenfriseur frisieren lassen. Effekt: Ein unverwechselbarer Backenbart nach Meerscheinart, rauschend, anmutig und irgendwie wahnsinnig zugleich.
Um den Titel haben mehr als 300 Teilnehmer aus 20 verschiedenen Nationen in 18 Klassen gekämpft. Ich bin in der Klasse „Backenbart Freistil“ angetreten und habe Jury und Publikum begeistern können. Die anderen Teilnehmer haben natürlich mit Abscheu auf mich geblickt, da ich kein Teil der „Szene“ bin. Besonders Mitglieder des Bayerischen Bart- und Schnauzerclubs haben mich immer wieder angepöbelt, aber was zählt das schon im Vergleich zum Titel.
Zwei WM-Titel in zwei Wochen! Was soll jetzt noch kommen? Wird mich Real Madrid verpflichten und mir 10 Millionen pro Jahr anbieten? Ich bin gespannt.
Mein nächstes Ziel ist die Saunaweltmeisterschaft. Auch hier rechne ich mir gute Chancen aus.

Wir sind Weltmeister

Dr. K. Nickel gewidmet

Es war alles andere als ein Spaziergang: Wir haben geackert, geschuftet, wir haben alles gegeben und uns irgendwie durchgebissen, von all den Jahren intensiver und akribischer Vorbereitung ganz zu schweigen. Das Finale war wie erwartet eine ganz enge Geschichte, aber am Ende sind wir für unseren unerschütterlichen Siegeswillen belohnt worden. Jetzt stehen wir ganz oben und schauen herab, genießen die weltweite Aufmerksamkeit von all den Millionen Fans, wir: mein Meerschweinchen Schnorchel und ich, die neuen Champions der Meerschweinchen-Züchter-Weltmeisterschaft!
Aber der Reihe nach: Mehr als 900 Meerschweinchen aus 50 Ländern sind im Finale in Würselen (Regierungsbezirk Köln) gegeneinander angetreten. „Unspektakulär“, mag jetzt der eine oder andere denken. Ich sage: Ein unvergessliches Erlebnis, von dem man noch seinen Enkeln und Urenkeln erzählen wird, größer noch als jede Fußball-WM. 900 Finalteilnehmer!
Vom ersten Moment war Feuer drin, denn die Preisrichten urteilen hart, kritisch und unnachgiebig. Bewertet wurden die Tiere in Kategorien wie Augen, Ohren, Körperbau und Farbverteilung, am Ende erhielten Sie Prädikate von „miserabel“ über „armselig“ bis hin zu „vorzüglich“, „Weltklasse“ und „göttlich“. Ich weiß nicht, wie viele Tausend Stunden ich investiert habe, um Schnorchel in allen Kategorien zu optimieren, denn die Richter sehen jeden Fehler. Zum Beispiel war das Meerschwein Honky mit ihrer Züchterin Gundula. Hoffnungsfroh und lächelnd präsentierte sie Honky den Preisrichtern, keine Minute später schlich sie weinend und zähneklappernd davon, Urteil: „Haare ungleichmäßig, nicht ganz voll, außerdem Verfilzungen und Körperbau etwas flach. Zähne ansatzweise kariös. Punktabzug“. Armer Honky, arme Gundula.
Schnorchel hätte solch ein Urteil niemals passieren können. Die Zähne fein, das Haar voll, jeder Haarwirbel an der richtigen Stelle, an Putzigkeit kaum zu überbieten. Entsprechend fiel auch das Urteil der Richter aus: „Schnorchel zeigt einen vorzüglichen Pony und einen vorbildlichen Backenbart. Der Körperbau ist vorne und hinten schön kräftig. Tadellose Bauchlinie, perfekter Halskamm. Höchstpunktzahl!“
Vor Freude habe ich wie ein Meerschweinchen angefangen zu knöttern und zu quieken. „Weltmeister! Schnorchel! Wir haben es geschafft!“
Viele haben mich seitdem nach unserer Erfolgsformel gefragt. Es ist ganz einfach: Da wäre natürlich zu allererst der wöchentliche Gang zum Meerschweinchenfriseur (ja, so etwas gibt es). Dazu täglich (!) Krallen kürzen, Ohren putzen, Fell kämmen. Dazu genügend Auslauf und eine Top-top-top-Ernährung. Schnorchel ernährt sich ausschließlich bio und vegan gemäß der Attila Hildmann Triät, hinzu kommen importierte Spezialgurken aus Indonesien. Man sieht: Kein Hexenwerk.
Ich möchte mich, auch im Namen von Schnorchel, für die unzähligen Glückwünsche bedanken, die wir in den letzten Tagen erhalten haben. Wenn das so weitergeht, muss ich meinen Briefkasten demnächst täglich leeren. Danke! Wir sehen uns in vier Jahren wieder.

Mein neues Körpergefühl

Der neueste Trend ist ja jetzt, älter und verbrauchter auszusehen, als man eigentlich ist. Bisher war es umgekehrt, aber man kennt das ja: Auf jeden Trend folgt der Gegentrend. Bisher haben alle auf jung gemacht, jetzt machen alle auf alt. Jung und fit ist hässlich, alt und fertig ist schön. Tja, so ist das eben. Die Amateure suchen ihr Glück wie immer in überteuerten, nutzlosen Cremes, von Pro-Aging-Creme bis Faltenvertiefungscreme, da gibt es jetzt ja jede Menge neuer Produkte in den Regalen. Profis wie ich wählen die elegante Variante – statt im Urlaub war ich dieses Jahr in einer Klinik in Osteuropa und habe mich einer Generalüberholung unterzogen. Es war einfach nicht mehr auszuhalten in meinem jugendlichen Körper, der einfach nicht schnell genug altern will.
Die Leute in der Klinik sind echte Profis und haben geliefert, was ich bestellt habe. Schnippschnipp, zurrzurr, rtschrtsch, strahlstrahl – und fertig war mein neuer, perfekter Körper. Details? Gerne.
Da waren zu allererst meine strahlend weißen Zähne, die mussten natürlich weg. Das Ergebnis ist wirklich atemberaubend. Nach dem Abriss meiner Zähne hat man mir ein besonders schäbiges, gebrauchtes Gebiss eingesetzt, dritte Zähne aus dritter Hand sozusagen, nicht mehr als vergammelte, plattgekaute Ruinen sind das. Außerdem ist mein ganzer Mundinnenraum entzündet und ich habe furchtbaren Mundgeruch, vor dem sogar mein Hund jaulend Reißaus nimmt. Einfach super, wer schön sein will muss eben leiden.
Als nächstes hat man mir meine gesamte Haut überarbeitet. Eine tagelange Hautalterungsbestrahlung hat hier wahre Wunder bewirkt. Meine Haut ist jetzt von tiefen Falten durchzogen und jede Menge Altersflecke zieren mich. Ergänzend wurde eine systemische Hautschlaffung durchgeführt, so dass nun alles schön flattert und hängt. Auf dem Kopf hat man mir meine Haare als Halbglatze neu arrangiert und künstlich gegilbt. Die Augenbrauen wurden „aufgezottelt“, so dass sie nun schön buschig und ungepflegt sind. Hinzu kommen noch meine brandneuen Tränensäcke, die meine Optik perfekt abrunden.
Ansonsten habe ich gar nicht viel machen müssen. Ein paar künstliche Krampfadern, hier und da eine Fetteinspritzung, fertig. Das Ergebnis ist wie gesagt tiptop, Preis-Leistung auch. Nur 10.000 Euro habe ich für mein neues Lebensgefühl bezahlt – und alles sieht wirklich ganz natürlich aus, gar nicht wie operiert oder so. Jetzt fühle ich mich endlich wieder wohl in meiner Haut und freue mich morgens, wenn ich in den Spiegel schaue. Auch dem Sommer im Freibad steht nun nichts mehr im Wege, denn mit dem neuen Körpergefühl ist auch mein Selbstbewusstsein wieder zurückgekehrt. Der Sommer kann kommen!

Das Verwöhnzarte

Mit Alter und Einkommen wachsen die Ansprüche. Früher habe ich zum Beispiel einfach Klopapier gekauft, Hauptsache billig. Über die Qualität habe ich mir nie Gedanken gemacht. Heute ist das anders, heute kommt mir nicht mehr jedes beliebige Klopapier ins Haus, das tue ich mir und meinen Gästen nicht an.

Das Papier meines Vertrauens verdient die Bezeichnung Klopapier nicht, Toilettenpapier ist auch nicht richtig, Hygienepapier schon treffender. Aber am liebsten nenne ich es das Verwöhnzarte, denn so heißt es auch ganz offiziell. Ich mache hier ja häufiger mal Schleichwerbung, für ausgestopfte Hunde und andere nützliche Dinge. Das Verwöhnzarte ist für mich aber eine echte Herzensangelegenheit, eine Bereicherung des Alltags.

Jeden Morgen, wenn ich auf dem Pott sitze und mein Geschäft mache, freue ich mich auf das ganz besondere Abwischerlebnis, das mich gleich erwartet und das eigentlich nur als verwöhnende Sinnesreise bezeichnet werden kann. Bereits in der Hand ist das Verwöhnzarte nie rau oder unangenehm, sondern genau richtig zart, verwöhnzart eben. Und dann das Gefühl auf der empfindlichen Haut des Hinterns! Ein Genuss. Das Verwöhnzarte schmeichelt der strapazierten Haut und beseitigt dabei sicher und schonend alle Spuren. Das Geheimnis dahinter: Vier besonders weiche Zellstoffe, ein Hauch Mandelmilch und zarter Mandelduft – diese unwiderstehliche Kombination machen das Verwöhnzarte so traumhaft weich und duftend. Sehr sehr schön ist auch das Design: Das Verwöhnzarte ist 4-lagig und das gold-schimmernde Muster der eleganten Prägung verleiht ihm auch optisch die passend luxuriöse Note.

In der Fachzeitschrift Lebensmittel Praxis, einem von der Industrie vollkommen unabhängigen Blatt, wurde das Verwöhnzarte gerade im Rahmen einer Verbraucherbefragung als Produkt des Jahres ausgezeichnet. Das Verwöhnzarte erzielte die Goldplatzierung in der Warengruppe „Hygienepapiere“. Zu Recht.

Gönnen auch Sie sich eine Streicheleinheit für ein gutes Gefühl. Sie sind es wert!

Anmerkung: Die meisten der hier verwendeten Formulierungen habe ich unverändert von der Hersteller-Website übernommen, da ich es einfach nicht besser formulieren konnte. Danke für dieses tolle Produkt.

Hauptsache Fleisch

Was darf’s sein?
Rindersteak.
Filet?
Gerne.
Da haben wir eine große Auswahl.
Deswegen bin ich hier.
Das hört man gerne. Na dann wollen wir mal. Unser Gourmet-Angebot wäre das Filet vom Wagyu Beef, etwas ganz Besonderes aus Neuseeland. Manche sagen: Das beste Beef der Welt. Das Rind wurde bis zur Schlachtung täglich von Hand massiert und mit klassischer Musik beschallt. Beachten Sie die sehr feine Marmorierung aus kleinsten Fettäderchen, die schmelzen wenn Sie es braten und machen das Fleisch unglaublich zart und saftig. Wirklich ein unvergessliches Geschmackserlebnis.
Hört sich gut an. Kostet?
Das Kilo zu 350 Euro.
Wie bitte?
Ja, das hat seinen Preis. Aber keine Sorge: Wir haben für jeden Geschmack und Geldbeutel das Passende.
Dann mal weiter.
Sehr gerne. Eine Kategorie unter dem Wagyu Beef wäre das Utzeltaler  Beef, eine Rarität aus den österreichischen Alpen. Sehen Sie mal wie schön das leuchtet. Die Rinder wurden täglich maschinell für eine halbe Stunde massiert und mit klassischen Volksliedern beschallt. Das Fleisch stammt vom noch jungen Weiderind. Ausgesprochen würzig und aromatisch, ein echter Gaumenschmaus und – wenn ich das sagen darf – mein persönlicher Favorit. Das finden Sie auch auf den Speisekarten von Gourmet-Restaurants auf der ganzen Welt.
Verlockend. Aber ich traue mich kaum zu fragen…
Das Kilo wäre hier bei 150 Euro, ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Das mag sein, aber ich fürchte, dass das meine Mittel übersteigt. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, das Fleisch ist bestimmt toll, aber…
Kein Problem. Absolut kein Problem. Sie sind der Kunde. Wir finden schon das Passende für Sie. In welcher Preiskategorie darf ich Ihnen etwas anbieten? Bis 50 Euro das Kilo?
Weniger wäre besser.
40 Euro das Kilo?
Hm.
30?
Hm.
20?
Mm.
10?
Das wäre natürlich…haben Sie in dieser Preisklasse denn etwas, das Sie empfehlen können?
Aber selbstverständlich, ich kann alles was Sie hier sehen empfehlen. Lassen Sie mich mal sehen, ah ja hier hinten, schauen Sie mal. Nicht abschrecken lassen vom Anblick.
Das grünlich-gelbe Stück Fleisch?
Genau, haha, jetzt wo Sie’s sagen. Aber keine Angst, sieht nach dem braten gut aus und schmeckt wunderbar. Ist natürlich keine Gourmet-Qualität. Eher was für Leute die sagen: Hauptsache Fleisch. Zartheit und Saftigkeit spielen hier eine eher untergeordnete Rolle, das etwas strenge Aroma lässt sich aber mit ein wenig Übung und Improvisationstalent durch Soßen und Gewürze verschleiern. Etwas für ambitionierte Hobbyköche sozusagen. Was meinen Sie, wäre das was?
Wurde das Rind auch massiert und beschallt, haha?
Haha! Massiert von den Brettern seines engen Verschlags, beschallt durch das Schmerzgebrüll seiner Leidensgenossen. Einmal täglich vollautomatisch vollgepumpt mit Medikamenten. Und Tageslicht hat das Tier natürlich auch nie gesehen.
W-w-was?
War ein Witz.
Ach so, haha.
Haha. Obwohl: Eigentlich war’s kein Witz.
Na ja, wenn das so ist, vielleicht gehe ich dann doch eine Kategorie höher…
Das Kilo kostet hier aber nur 5,99, perfekt auf Ihr Budget abgestimmt also.
Was, so günstig? Das ist ganz nach meinem Geschmack, also gut, Sie haben mich überzeugt. Ich nehme zwei große Stücke.
Ein zufriedener Kunde mehr, das freut mich!
Mich auch!
Na dann: Guten Hunger!